Drei Bewerbungen, ein Auslands Jahr und eine Erfahrung fürs Leben
Das PPP wirkt weiter: Part 1
Als Marcel René Gottesleben heute auf seine Zeit mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm 2022/2023 zurückblickt, denkt er nicht zuerst an das Studium in Kansas, an sein Praktikum bei der Hessischen Landesbank in New York oder den beeindruckenden Blick auf das Empire State Building. Er denkt an die Menschen, die er kennengelernt hat, die Erfahrungen, die ihn geprägt haben, und an die Tatsache, dass er seinen Traum vom PPP trotz zweier Absagen nie aufgegeben hat.

Heute arbeitet Marcel als Risikoanalyst bei der Frankfurter Sparkasse. Sein PPP-Jahr liegt inzwischen einige Zeit zurück, die Auswirkungen spürt er jedoch bis heute. Freundschaften über Kontinente hinweg, neue Perspektiven auf die Welt und Erfahrungen, auf die er auch im Berufsleben regelmäßig zurückgreift, sind für ihn ein bleibender Teil dieser Zeit.
Der dritte Anlauf zum Erfolg
Für viele beginnt die PPP-Geschichte mit einer Bewerbung. Für Marcel begann sie mit drei.
Nachdem seine ersten beiden Bewerbungen erfolglos geblieben waren, hätte er das Kapitel eigentlich schließen können. Stattdessen entschied er sich, es noch einmal zu versuchen. Rückblickend ist er froh über diese Entscheidung. Sein Rat heute lautet deshalb: „Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Wer weiß, was er will, sollte hartnäckig bleiben.“
Mit der Zusage öffnete sich für ihn die Tür zu einem Jahr, das ihn nachhaltig prägen sollte. Damals konnte er noch nicht ahnen, welche Erfahrungen auf ihn warteten und welchen Einfluss sie später auf sein Leben haben würden.
Zwischen Kleinstadt und Weltmetropole
Sein Austauschjahr führte Marcel zunächst nach Emporia im US-Bundesstaat Kansas. Nicht unbedingt der Ort, den viele mit dem amerikanischen Traum verbinden. Doch genau dort begann sein Abenteuer.

Die ersten Monate verbrachte er am College. Er lernte neue Menschen kennen, tauchte in eine andere Kultur ein und musste sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden. Was zunächst ungewohnt war, entwickelte sich schnell zu einer wertvollen Erfahrung. Das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt ermöglichte ihm einen authentischen Einblick in den Alltag vor Ort und bot zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Horizont zu erweitern.
Im zweiten Halbjahr folgte dann ein weiterer Höhepunkt: ein Praktikum bei der Hessischen Landesbank in New York. Der Kontrast hätte größer kaum sein können. Auf die ruhigen Straßen von Kansas folgte die Dynamik einer der bekanntesten Städte der Welt.
Besonders ein Moment ist ihm bis heute in Erinnerung geblieben: „Der Blick aus dem 23. Stock auf das Empire State Building. Das war wie im Film.“
Herausforderungen, die wachsen lassen
Natürlich verlief nicht alles reibungslos. Gerade die Wohnungssuche in New York stellte Marcel vor unerwartete Herausforderungen.

„Manchmal war ich schon verzweifelt, aber umso schöner ist das Gefühl, wenn man es geschafft hat“, erinnert er sich. Gerade solche Situationen hätten ihn gelehrt, flexibel zu bleiben, selbstständig Lösungen zu finden und Herausforderungen nicht aus dem Weg zu gehen.
Eine weitere Herausforderung wartete nach der Rückkehr nach Deutschland. Wie viele ehemalige Austauschteilnehmende erlebte auch Marcel einen Reverse Culture Shock. Die Rückkehr in den gewohnten Alltag machte ihm deutlich, wie sehr ihn das Jahr in den USA verändert hatte.
Was vom PPP geblieben ist
Wenn Marcel heute gefragt wird, wie das PPP bis heute nachwirkt, fällt seine Antwort eindeutig aus: vor allem durch die Menschen.

Bis heute pflegt er Kontakt zu seiner Gastfamilie in den USA. Freundschaften aus dem Austauschjahr bestehen weiterhin und erinnern ihn regelmäßig an die Zeit in Amerika. Dort lernte er außerdem seine heutige Freundin kennen. Für ihn gehören diese Verbindungen zu den wertvollsten Erfahrungen des Programms.
Auch beruflich begleitet ihn das PPP weiterhin. Der sichere Umgang mit Englisch, die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe und die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustellen, prägen ihn bis heute. Mindestens genauso wichtig ist für ihn aber die persönliche Entwicklung. Das PPP habe ihn offener gemacht und ihm gezeigt, wie wertvoll unterschiedliche Sichtweisen sein können.
„Schön. Herausfordernd. Herzlich.“
Drei Worte genügen Marcel, um seine PPP-Erfahrung zu beschreiben: „Schön. Herausfordernd. Herzlich.“
Sein Rat an zukünftige Teilnehmende ist deshalb einfach: „Offen bleiben, auch mal neue Dinge ausprobieren und sich nicht entmutigen lassen.“
Zum Abschluss fasst er die langfristige Wirkung des Programms in einem Satz zusammen:
„Das PPP wirkt für mich bis heute, weil ich während der Zeit viele Freundschaften geknüpft habe, persönlich gewachsen bin und gelernt habe, Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen. Der PPP-Spirit bleibt.“
Für Marcel war das PPP weit mehr als ein Auslandsjahr. Es war eine Erfahrung, die nachwirkt, beruflich, persönlich und oft auch dann noch, wenn die Rückkehr nach Deutschland längst hinter einem liegt.